Cricket, Kapana und ganz viel Sand

So, ich melde mich mal wieder aus dem immer wämer werdenden aber immer noch kalten Namibia. In den letzten zwei Wochen ist einiges passiert. Unsere erste Woche haben wir mit dem Cricketturnier der !Nara Primary Teams verbracht. Die Jungs und Mädels haben zwar die meisten Spiele verloren, was sich jedoch in keinster Weise auf die Laune ausgewirkt hat. Eine der wohl größten Attraktionen waren meine Haare: sobald ich irgendwo saß, wurden meine Haare geflochten, gedreht oder einfach nur drin rum gespielt. Ich wurde sogar von fünf kleinen Friseurinnen und Friseuren mit einer original afrikanischen Zöpfchenfrisur ausgestatten, die mit dem Satz beurteilt wurde: "NOW you're looking like a real African girl!"

Und mein erstes Kapana (zähes gebratenes Fleisch, das man nur mit guten Zähnen essen sollte) mit dem dazugehörigen Fatcake (ein Stück süßliches Brot) habe ich im Townsip Kuisebmond auch schon gegessen.

Und so langsam verstehe ich auch Cricket immer besser.

Das wurde dann letzte Woche nochmal auf die Probe gestellt, als wir mit Quinton und dem U19 Walvis Bay Cricket Team nach Windhoek zum nächsten Cricketturnier gefahren sind. Hier haben die Spiele jedoch nicht wie bei den Kleinen zwei bis drei Stunden gedauert sondern ganze acht Stunden und Cricket ist nicht gerade die zuschauerfreundlichste Sportart. Aber dafür war das Wetter wesentlich besser als in Walvis. Und wir hatten die letzten Tage Zeit, die beiden anderen Freiwilligen vom ASC Swantje und Daniel zu besuchen und mit ihnen ein bisschen Zeit in Windhoek zu verbringen.
Hier sind noch ein paar Bilder von der Fahrt nach Windhoek, bei der man einfach mal 5 Stunden ziemlich gerade aus fährt und durch maximal drei Orte durchkommt, und von Windhoek selber:

Mit unseren Visa sind wir allerdings immer noch nicht viel weiter... Als wir in Windhoek zum Ministry of Home Affairs and Immigration gegangen sind, um unsere Touristenvisa für 30 Tagen jetzt endlich auf ein Jahr verlängern zu lassen, haben sie uns gesagt wir sollen am nächsten Morgen wieder kommen. Als wir dann wieder gekommen sind, hat sich herausgestellt, dass der Verantwortliche leider den ganzen Vormittag in einer Besprechung ist, wir sollen doch bitte heute Nachmittag wieder kommen. Leider sind wir jedoch mittags schon wieder Richtung Walvis gefahren und mussten hier im Home Affairs erfahren, dass wir das Visum leider nur in Windhoek bekommen können. Tja, TIA: This is Africa. Zum Glück haben unsere Nachbarn den Kontakt zu jemandem hergestellt, der jetzt für uns in Windhoek nachfragt wie weit unsere Anträge bereits bearbeitet sind. Insgesamt sind die Leute hier super hilfsbereit. Sobald man irgendein Problem hat, gibt es immer irgendjemanden, der einem gerne weiterhilft. Und irgendjemand kennt immer jemanden, von dem man bekommt was man braucht.

Diese Woche hat jetzt dann auch die Schule wieder begonnen. Und heute haben wir dann auch endlich mit dem Sportunterricht angefangen. Die beiden Grundschulen (!Nara und Tutaleni) liegen ganz am Ende von Kuisebmond direkt nebeneinander, hinter den Mauern geht direkt die Wüste los und man muss sich erst mal daran gewöhnen, dass überall auf dem Schulhof Möwen rumfliegen. Als Sportplatz dient uns ein Sandplatz hinter den Schulgebäuden, der je nach Schule mehr oder auch weniger sauber ist. Die Klassen bestehen meist so aus vierzig Schülern, die es im Zaum zu halten gilt, was genau so schwer ist, wie es klingt. Es kann auch schon mal sein, dass man plötzlich mit zwei Klassen dasteht, weil beide gleichzeitig Sportunterricht im Stundenplan stehen haben. Auch in den Freistunden in unserem Stundenplan findet sich, ob man nun möchte oder nicht, immer eine Klasse, die P. E. hat.

Aber die Anstrengung ist sofort vergessen, wenn man über das Schulgelände läuft und einem alle paar Minuten ein Kind zuwinkt und mit breitem Grinsen "Hello Miss Mona" zuruft.

So, das war's fürs Erste. Ich melde mich wieder, sobald ich Zeit zum Schreiben finde.

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Kommentare: 2
  • #1

    Verwandtschaft (Donnerstag, 04 September 2014 17:17)

    Liebe Miss Mona
    Habe beim Kaffeetrinken auf dem Balkon bei der Oma den anwesenden deinen letzten Eintrag vorglesen. Wir freuen uns dass es dir gut geht und hoffen dass du dich beim kricket nicht allzusehr langweilst.
    Ein Tipp von oma: lass deine haare nicht verfilzen!
    Viel Glück jedenfalls noch bei deinem visum!
    Liebe grüße aus Deutschland schicken dir Luisa, Rainer, Gisela, Oma Rita und Lara

  • #2

    Dagmar & Siggi (Freitag, 12 September 2014 17:11)

    Hallo liebe Mona.
    Schön das du dich in Namibia wohl fühlst.
    Aber du hast sicher schöneres Wetter als wir. Bei uns regnet es in einer Tour.
    Wir haben euren Klecksi gefüttert während deine Eltern in Urlaub sind.
    Am Samstag sind deine Eltern und Geschwister wieder daheim.
    Dann wird bestimmt auch das Wetter wieder besser.
    So nun wünschen wir dir viel Erfolg und Spaß
    Dagmar & Siggi