Ein bisschen aus dem Leben in Namibia

Jetzt bin ich ja nun doch schon über einen Monat hier und habe mal wieder die Zeit gefunden, ein bisschen weiter zu schreiben.

Wir waren mal wieder in Windhoek wegen unseren Visa, die wir jetzt zum Glück - endlich - haben (was uns aber einiges an Zeit, Rumgerenne und vor allem Nerven gekostet hat). Zwischendurch waren wir jetzt auch schon mal am Strand und in der Wüste und sind sogar Dune 7 raufgekraxelt, die mit ungefähr 130 Metern die höchste Düne der Gegend ist. Mit ein paar Verschnaufspausen sind wir dann auch oben angekommen und es hat sich echt gelohnt:

Die Arbeit mit den Kindern in der Schule ist immer noch sehr anstrengend, macht aber trotzdem Spaß. Manchmal geht zwar einiges drunter und drüber, aber man gewöhnt sich recht schnell daran, dass immer mal wieder was nicht nach Plan läuft. Wir haben jetzt angefangen im Sportunterricht mit den Kindern Handball zu spielen oder auch "hand soccer", wie die Jungs das Spiel getauft haben. Es sieht zwar nur ansatzweise nach Handball aus, aber die Kinder haben ihren Spaß und freuen sich, wenn man nach dem Aufwärmen und ein paar Pass- und Fangübungen noch ein bisschen spielen darf. Und Tore werden mit großem Jubel und Siegestänzen gefeiert :D

Ich wollte eigentlich noch ein Video hochladen, aber leider hat das nicht funktioniert, deswegen hier nur die zwei Bilder:

Ansonsten so zum Leben hier in Namibia:

Wie ich auch schon vorher geschrieben habe, sind die Leute hier alle super freundlich und vor allem sehr hilfsbereit. Es sind auch alle viel kommunikativer als in Deutschland. Wo in Deutschland ein einfaches Hallo reicht, kommt hier noch das obligatorische Wie gehts dir? und dann wird noch ein bisschen über das letzte Wochenende geplaudert. Man kommt also auch mit Fremden zum Beispiel am Kapanastand sehr schnell ins Gespräch und da die meisten auch Englisch sprechen, macht das die Kommunikation natürlich sehr viel einfacher. Insgesamt gibt es in Namibia sehr, sehr viele verschiedene Sprachen. Die allermeisten (hier fast alle) sprechen aber zusätzlich noch Afrikaans, das auch die weiße Bevölkerung spricht und von dem ich hier und da immer wieder ein paar Brocken lerne (wobei die Kinder hier sehr hilfsbereit sind ;) ).

Transportieren lässt man sich am besten, wenn man kein eigenes Auto oder Fahrrad besitzt und nicht zu Fuß gehen möchte, von einem der vielen Taxis, die immer quer durch die Stadt fahren. Eine Fahrt kostet pro Person 9 Dollar, also so 65 Cent, was ja im Vergleich zu Deutschland richtig billig ist. Man sollte aber trotzdem ungefähr wissen wo man hin will, denn die Taxifahrer kennen meistens nur bestimmte Gebäude/Läden/Einrichtungen etc. aber keine Straßennamen.

An den Linksverkehr gewöhnt man sich sehr schnell, das Einzige was immer noch ein bisschen verwirrend ist, sind die Straßenkreuzungen mit 3 oder 4 Stop-Schildern, wo nicht sowas wie rechts vor links gilt, sondern wer zuerst kommt, darf zuerst fahren. Wenn wenig Verkehr ist oder die Kreuzung in einer Wohngegend liegt klappt das meistens auch ganz gut, aber gerade in der Rushhour oder auf sehr befahrenen Straßen, können dann auch schon mal drei Autos ziemlich gleichzeitig ankommen und dann beginnen die großen Hup- und Lichthupenkonzerte.

Zum Essen: Fleisch steht hier ganz oben auf dem Speiseplan. Wer als Vegetarier versucht in Namibia zu leben, der macht sich das Leben sehr schwer. Man bekommt hier zwar so ziemlich alles, was man in Deutschland auch bekommen würde, aber zu sehr unterschiedlichen Preisen. Fleisch und Brot sind sehr billig, dahingegen sind Gemüse und Obst und auch Milchprodukte sehr teuer. Und insgesamt ist alles sehr süß. Es hat eine ganze Weile gedauert bis ich beispielsweise endlich einen ungesüßten Joghurt gefunden habe und wir sind immer noch auf der Suche nach einem richtigen Fruchtsaft, der nicht gesüßt ist oder sonstige künstliche Inhaltsstoffe beinhaltet, aber ich glaube wir haben so langsam aufgegeben.

Essen gehen, egal ob Frühstück oder normal, ist hier insgesamt sehr billig und macht bekommt auch relativ viel verschiedenes, aber das meiste auch wieder mit Fleisch.

Das Wetter wird - zum Glück - auch immer wärmer, so dass man sogar tagsüber, wenn die Sonne rauskommt im T-Shirt rumlaufen kann und nicht mehr trotz 10 Schichten friert. Morgens ist es aber meistens immer noch recht kalt und neblig. Und es ist sehr windig. Wenn ich zu Fuß unterwegs bin, merke ich den Wind meistens schon gar nicht mehr, aber sobald man auf dem Fahrrad sitzt ist das keine Freude mehr (vor allem weil der Wind immer aus der falschen Richtung zu kommen scheint, egal wohin man fährt). Gerade wenn wir von der Schule nach Hause fahren, haben wir immer wunderschönen Gegenwind, so dass man meistens ziemlich fertig zu Hause ankommt. Und dann heißt's erst mal unter die Dusche und den ganzen Sand abwaschen, der sich im Laufe des Tages so überall angesammelt hat.

Das war's erst mal wieder von mir. Vielen Dank fürs Lesen und ganz viele liebe Grüße aus Namibia!

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Kommentare: 1
  • #1

    Peter (Sonntag, 12 Oktober 2014 10:43)

    Hallo Mona,
    schön zu hören, dass es Dir in Namiba gefällt und Du neben dem Chaos und ein bisschen Stress
    offensichtlich auch jede Menge Spass hast. Ein schönen Fahrrad-Fuhrpark habt Ihr übrigens für
    Euren täglichen Weg zur Arbeit. Besonders gut gefällt mir das Rad mit dem Teekessel am Lenker.
    ... und ich habe in Deinen Bildern vergeblich nach einen Bild mit Deiner neuen Frisur gesucht ;-)
    Liebe Grüße,
    Peter