Es geht aufwärts!!

So, ich melde mich mal wieder aus dem leider recht kalten und wolkenverhangenen Deutschland. Mein Unfall ist jetzt fast 3 Monate her und ich mache gute Fortschritte. Im Moment bin ich auf Reha, aber der Rückreisetermin steht schon fest: Am 13.2. geht es mit dem Rest der Familie im Gepäck ENDLICH wieder zurück. Natürlich ist es unglaublich schade, dass ich dadurch fast 4 Monate meines FSJs verloren habe, auf der anderen Seite merke ich jetzt, dass ich selbst in den gut 2 Monaten, die ich erst in Namibia verbracht habe, so unglaublich viele Erfahrungen und Eindrücke gewonnen habe.

Als ich nach einem Monat wieder aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen bin, habe ich das erste Mal wirklich gemerkt, in was für einem Luxus wir eigentlich leben und mit welcher Selbstverständlichkeit wir das hinnehmen. Natürlich wusste ich auch schon vorher, dass man eigentlich auch mit sehr viel weniger glücklich sein kann, aber man hat das lieber verdrängt und sich doch die nächste Sache gekauft, die man theoretisch gar nicht bräuchte. Jetzt, nachdem ich für eine Weile wieder hier in Deutschland bin, fängt man so langsam an, sich über solche Sachen Gedanken zu machen.

Auch habe ich gemerkt, dass ich viel offener bin und der Smalltalk, der mir früher sehr schwer gefallen ist, plötzlich ganz leicht funktioniert (inzwischen ist das Ganze wieder ein bisschen zurück gegangen), aber mir wurde öfter gesagt, dass ich diverse Studenten, die zum Blutabnehmen gekommen sind, oder Stationsschwestern durchgehend zugeschwafelt habe.

Auch wenn die Arbeit anstrengend war und man irgendwann einfach keine Lust mehr hatte, gegen 40 Kinder anzuschreien, ist es eines der Dinge, die ich am meisten vermisse. Es kommen immer wieder Situationen hoch, die ich vielleicht vorher nicht so wirklich als etwas besonderes wahrgenommen habe, die aber im Nachhinein betrachtet schöner sind als zum Beispiel die tollen Reisen, die wir gemacht haben (die wirklich super waren). Beispielsweise muss ich immer noch lachen, wenn ich mich daran erinnere, wie ich Jason (einem der Cricketjungs) mit meinem Fahrrad (das eigentlich viel zu groß für ihn war) das Fahrradfahren beigebracht habe und er so stolz war, als er das erste Mal alleine eine kleine Runde um das Cricketfeld gedreht hat. Und man merkt, dass es die kleinen Dinge sind, die man nicht unbedingt photographiert oder filmt, die so ein Jahr (oder hier erst 2 Monate) zu so etwas besonderem machen.

Ich versuche jedenfalls den einen Monat, der mir hier noch bleibt, sinnvoll zu nutzen (2 Wochen Reha liegen noch vor mir), so dass ich möglichst fit bin, wenn es wieder zurück geht...

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